| Trinkt des Weines dunkle Kraft, |
| Die euch durch die Seele fließt |
| Und zu heilger Rechenschaft |
| Sie im Innersten erschließt! |
| Blickt hinab nun in den Grund, |
| Dem das Leben still entsteigt, |
| Forscht mit Ernst, ob es gesund |
| Jedem Höchsten sich verzweigt! |
| Geht an einen schaurgen Ort, |
| Denkt an aller Ehren Strauß, |
| Sprecht dann laut das Schöpfungswort, |
| Sprecht das Wort: es werde! aus! |
| Ja, es werde! spricht auch Gott, |
| Und sein Segen senkt sich still, |
| Denn, den macht er nicht zum Spott, |
| Der sich selbst vollenden will. |
| Betet dann, doch betet nur |
| Zu euch selbst, und ihr beschwört |
| Aus der eigenen Natur |
| Einen Geist, der euch erhört. |
| Leben heißt, tief einsam sein: |
| In die spröde Knospe drängt |
| Sich kein Tropfen Taus hinein, |
| Eh sie innre Glut zersprengt. |
| Gott dem Herrn ists ein Triumph, |
| Wenn ihr nicht vor ihm vergeht, |
| Wenn ihr, statt im Staube dumpf |
| Hinzuknieen, herrlich steht, |
| Wenn ihr stolz, dem Baume gleich |
| Euch nicht unter Blüten bückt, |
| Wenn die Last des Segens euch |
| Erst hinab zur Erde drückt. |
| Fort den Wein! Wer noch nicht flammt, |
| Ist nicht seines Kusses wert, |
| Und wer selbst vom Feuer stammt, |
| Steht schon lange glutverklärt. |
| Euch geziemt nur eine Lust, |
| Nur ein Gang durch Sturm und Nacht, |
| Der aus eurer dunklen Brust |
| Einen Sternenhimmel macht! |