Klasse Film, der nicht nur beim ersten schauen begeistert…
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Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Donnie Darko (Single Disc) (DVD) Zunächst sei gesagt, wer Spaß und Freude an „Zeitreisefilmen“, wie „The Butterfly Effect“ oder „The Jacket“ hatte, muss nicht folgerichtig das gleiche bei „Donnie Darko“ empfinden. Zwar ist das Thema Zeitreise auch hier Dreh und Angelpunkt der Geschichte, jedoch erzählt der Film eine ganz eigene Geschichte, die wesentlich komplexer und durchdachter ist als die seiner Mitstreiter und die man zudem nicht wirklich als kurzweilige Unterhaltung bezeichnen kann. Aber gerade das macht Richard Kelly’s Erstlingswerk aus!
Einzusiedeln ist „Donnie Darko“ irgendwo zwischen Science-Fiction, Teenie-Komödie und Drama. Thematisiert wird das Erwachsenwerden, die Kritik am amerikanischen Schulwesen, und wie schon gesagt das Zeitreisen. Zu viel finden Sie? Ich sage Nein! Genau richtig!

Donnie Darko (Jake Gyllenhaal) ist ein 16jähriger Teenager aus Middlesex, einem kleinen amerikanischen Vorort an der Westküste Amerikas. In einer der ersten Einstellungen erwacht Donnie auf einem Golfplatz in seiner Heimatstadt. Nicht ganz normal möchte man meinen, ist es auch nicht, denn Donnie ist Schlafwandler und zudem erscheint ihm von Zeit zu Zeit eine Person in einem surreal anmutenden Hasenkostüm (gespielt von James Duval), die ihn vor der bald nahenden Apokalypse warnt. Eben dieser Hase war es auch, der Donnie nachts zuvor aus dem Bett gelockt und ihn zum Golfplatz geführt hat. Was er nicht weiß ist, dass der Hase ihm damit das Leben gerettet hat, denn just in dieser Nacht ist eine herrenlose Flugzeugturbine in sein Zimmer gestürzt.

Diese Turbine wird jedoch erst knapp einen Monat später von einem Flugzeug abfallen in dem Mutter und Schwester Darkos sitzen…

Und das ist auch schon der Konflikt des Filmes, denn durch den Absturz der Flugzeugturbine, die scheinbar durch einen Riss im Raum-Zeit-Kontinuum ihren Weg nach Middlesex gefunden hat, entsteht eine Parallelwelt die droht in sich zusammenzustürzen.
Und schnell wird klar, das Donnie Darko der Auserwählte ist, an dem es liegt dieses „Wurmloch“ zwischen Raum und Zeit zu schließen und Middlesex mitsamt Freunden und Verwandten zu retten. Und das ist letztlich nur möglich, wenn er sein eigenes Leben opfert.

Dieser kurze Abriss des Inhaltes zeigt, neben der Science-Fiction, auch die Dramatik in Donnie Darkos Aufgabe, denn er muss sich damit abfinden sein eigenes Leben herzugeben um die Gesetze von Raum und Zeit wieder ins Lot zu bringen und das, wo er doch gerade die Liebe seines Lebens, Gretchen, kennen gelernt hat. Diese Dramatik zeigt sich sehr schön in einer Szene als Donnie mit einem unendlich langen Blick Abschied von Gretchen nimmt.
Doch all das Traurige und Dramatische in dieser Geschichte ist eingepackt in die bunte und lebendige Highschoolwelt des kleinen Vorortes, so dass der Film auch ein ganzes Stück weit Teenie-Komödie ist, mit knackigen und wirklich lustigen Dialogen und vor allem einem überaus gelungenem Soundtrack. Doch diese, scheinbar grundverschiedenen, Genre versteht Richard Kelly außerordentlich gut zusammenzufügen, alles wirkt wie aus einem Guss.
Doch das ist nicht nur der Verdienst des Regisseurs, hervorheben sollte man vor allem die schauspielerische Leistung der Darsteller, allen voran Jake Gylenhaal, alias Donnie Darko, der traumhaft spielt und in diesem Film sicherlich unersetzlich ist. Neben Jake Gyllenhaal seien stellvertretend noch zwei weitere Namen genannt, die sich durch ihre schauspielerische Leistung besonders vorgetan haben – Mary MacDonnell (als Darkos Mutter) und Beth Grant (als etwas durchgedrehte Lehrerin). Mary MacDonnell ist eine außergewöhnliche Schauspielerin und genau die richtige Besetzung für Donnie’s Mutter, die durch ihr schauspielerisches Können, der Mutter-Sohn-Beziehung eine unglaubliche Tiefe verleiht.
Die Andere, Beth Grant, spielt die konservative Klassenlehrerin Kitty Farmer, die ihren Schülern sehr fragwürdige Weisheiten des selbstverliebten Motivationsgurus Jim Cunningham (Patrick Swayze) beibringt. Kitty Farmer ist in „Donnie Darko“ so was wie die personifizierte Kritik am amerikanischen Schulsystem, welches sie stur und eisern verteidigt.

Letztlich bleibt nur noch eine Anmerkung zu machen, und zwar dass man sich für „Donnie Darko“ Zeit nehmen sollte. Der Film ist voller kleiner Anspielungen und interessanter Einstellungen, die man nicht alle beim ersten sehen mitbekommt. Ebenso interessant und gut gelungen ist Richard Kelly das Zusammenspiel zwischen Donnie Darko, dem tragischen Helden, und den anderen Statisten, die wie Boten unbewusst oder bewusst (wie der Riesenhase) Donnie auf seinem Weg leiten. Fast jeder in Donnies Umgebung fügt dem Masterplan unwissend ein Puzzlestück hinzu. So beispielsweise Grandma Death, die mit ihrem Buch „Philosophie des Zeitreisens“ Donnie überhaupt erst das Wissen über das Zeitreisen liefert. Sie hat ihre Aufgabe erfüllt und so schließt sich für sie der Kreis und sie empfängt endlich den Brief auf den sie Tag für Tag wartete. Von Donnie.

„Donnie Darko“ behandelt das Thema Zeitreisen, wie bereits erwähnt, auf eine ganz eigene Art und Weise. Donnie kann Raum und Zeit nicht kontrollieren wie die Hauptdarsteller in anderen Zeitreisefilmen („Butterfly Effect, Jacket etc.). Ihm ist es nicht möglich spektakulär durch die Zeit zu reisen, er ist vielmehr ein unglückliches Zeitreiseopfer. Der Film ist wirklich gut durchdacht, erstklassige Schauspieler und sehr viel Interpretationsfreiraum à la David Lynch. Was soll man dazu sagen? Das ist gut, das ist klasse, das ist ganz ganz großes Tennis! Bitte mehr davon!
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 20. März 2006
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